Richtig schalten am E-Bike heißt vor allem: den passenden Gang früh wählen und den Gangwechsel nicht mit einem kräftigen Tritt erzwingen. Bei einer gewöhnlichen Kettenschaltung trittst du dabei leicht weiter. Für Nabenschaltungen und elektronische Systeme gelten eigene Bedienhinweise. Die Unterstützungsstufe des Motors und der eingelegte Gang sind zwei verschiedene Einstellungen.
Erst die Schaltung erkennen
Siehst du hinten mehrere nebeneinanderliegende Ritzel und ein Schaltwerk, hast du eine Kettenschaltung. Bei einer Nabenschaltung sitzt das Getriebe in der Hinterradnabe. Eine sichtbare Kette allein unterscheidet beide Systeme also nicht. Prüfe die Komponentenbezeichnung oder die Bedienungsanleitung, bevor du eine Anleitung für einen anderen Schaltungstyp übernimmst.
Auch die Tastenbelegung ist nicht überall gleich. Lies nach, welcher Hebel einen leichteren Gang einlegt, und probiere ihn auf einer ebenen, verkehrsfreien Fläche aus. Schau während der Fahrt nach vorn, nicht auf das Schaltwerk.
Kettenschaltung: ein ruhiger Ablauf
- Vorausschauen: Wähle vor einer Steigung oder einem absehbaren Halt einen leichteren Gang, solange du noch ruhig treten kannst.
- Pedaldruck verringern: Tritt kurz sanfter, ohne die Kurbelbewegung vollständig zu stoppen. FLYER beschreibt diesen Ablauf in seiner Originalbetriebsanleitung im Kapitel Gangschaltungen.
- Gezielt schalten: Beginne beim Üben mit einem Gangwechsel. Lass die Kette auf das nächste Ritzel wechseln, bevor du wieder kräftiger trittst.
- Trittgefühl prüfen: Du solltest gleichmäßig pedalieren können. Wird der Widerstand zu groß, schalte rechtzeitig weiter herunter, statt dich mit hoher Kraft durchzudrücken.
Dass die Kurbel beim Betätigen eines mechanischen Schalthebels bewegt werden muss, steht auch in der SHIMANO-Bedienungsanleitung für Schalthebel. Ein Klick im Stand verschiebt die Kette noch nicht zuverlässig auf das gewünschte Ritzel. Nach einer unerwarteten Vollbremsung solltest du deshalb nicht mit einem kräftigen Antritt versuchen, den Gangwechsel nachzuholen.

Am Berg früher entscheiden
Warte nicht, bis du fast stehst. Schalte schon am Beginn der Steigung leichter. Wird ein weiterer Wechsel nötig, verringere den Pedaldruck kurz und fahre kontrolliert weiter. Reicht das nicht mehr für einen sicheren Gangwechsel, halte an einer geeigneten Stelle an. Absteigen ist sinnvoller, als im Verkehr einen schwergängigen Gang zu erzwingen.
Eine höhere Unterstützungsstufe ersetzt keinen passenden Gang. Wie der Motor beim Schalten reagiert, hängt vom Antriebssystem ab. Eine automatische Entlastung darfst du ohne entsprechende Herstellerangabe nicht voraussetzen.
Nabenschaltung: nicht dieselbe Regel übernehmen
Bei den in der SHIMANO-NEXUS-Anleitung beschriebenen Systemen sollst du den Pedaldruck verringern und jeweils einen Gang schalten. Ob deine Nabe einen Wechsel im Stand erlaubt oder eine kurze Tretpause verlangt, steht in ihrer eigenen Anleitung. Die pauschale Regel „beim Schalten immer weiterdrehen“ gilt daher nicht für jedes E-Bike.
Elektronische Sonderfunktionen sind ebenfalls modellabhängig. Übertrage Hinweise zu automatischem Schalten nicht auf eine gewöhnliche mechanische Schaltung.
Häufige Fragen
Welcher Gang ist zum Anfahren richtig?
Ein Gang, in dem du ohne kräftiges Drücken kontrolliert losfahren kannst. Eine bestimmte Gangnummer lässt sich nicht auf alle Übersetzungen und Beladungen übertragen.
Muss ich beim Schalten den Motor ausschalten?
Das ist keine allgemeine Regel. Entscheidend sind die Hinweise deines Antriebs- und Schaltungsherstellers. Bei der gewöhnlichen Kettenschaltung übst du zunächst sanfte Pedalbewegungen und einen gezielten Gangwechsel.
Was tun, wenn die Kette trotz sanftem Treten springt?
Erzwinge den Wechsel nicht wiederholt. Lass die Ursache prüfen, wenn die Schaltung unzuverlässig arbeitet. Dieser Ablauf ersetzt weder eine Einstellung noch eine Reparatur.
Weitere praktische Hinweise für deine Alltagsfahrten findest du im Cyseekin E-Bike Blog.





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