Sie möchten ein Fahrrad-Sicherheitstraining im Betrieb anbieten? Beginnen Sie mit der Frage, wer teilnehmen soll und was diese Menschen üben möchten. Ein Kurs für routinierte Pendlerinnen und Pendler ist etwas anderes als ein Angebot für Erwachsene, die noch nicht Rad fahren können. Erst danach lassen sich Anbieter, Gruppengröße und Termin sinnvoll auswählen.
Diese Planungshilfe richtet sich an Personen, die eine Veranstaltung organisieren. Sie ersetzt weder die Kursleitung noch eine betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Ziel ist ein passend vorbereitetes Lernangebot – nicht das Versprechen, nach einem Termin seien alle Wege risikofrei.
Den Bedarf abfragen, ohne eine Leistungsprüfung daraus zu machen
Eine kurze freiwillige Rückmeldung reicht für den Anfang: Welches Rad wird genutzt? Wie vertraut ist die Person damit? Welche Alltagssituation möchte sie besser bewältigen? Bieten Sie eine vertrauliche Antwortmöglichkeit an. Niemand sollte vor dem Team erklären müssen, warum Anfahren oder langsames Fahren schwerfällt. Für die erste Anbieteranfrage genügt eine zusammengefasste Beschreibung der Gruppe.
Trennen Sie unterschiedliche Lernstände. Die ADFC-Radfahrschulen unterscheiden unter anderem Anfänger-, Wiedereinstiegs-, Fahrsicherheits- und Pedelecangebote. Auch die Frage nach einem eigenen Rad hängt vom Kurs ab. Wenn einige Beschäftigte grundlegende Fahrfertigkeiten erst aufbauen möchten, fragen Sie nach einem geeigneten separaten Angebot, statt sie stillschweigend in ein Fortgeschrittenentraining einzuteilen.
Den konkreten Kurs vergleichen, nicht nur die Überschrift
Der DVR beschreibt sein betriebliches Radtraining als Aufbau auf vorhandener Fahrerfahrung. Genannt werden 10 bis 14 Personen mit eigenem Fahrrad oder Pedelec sowie Theorie und praktische Stationen. Eine Exkursion zu örtlichen Gefahrenstellen gehört zur mindestens fünfstündigen Variante. Diese Angaben beziehen sich auf dieses Programm und sind keine allgemeine Norm für Radkurse.
Andere Formate sind anders zugeschnitten: Beim Pedelec-Training des ADAC Württemberg stehen beispielsweise höchstens zehn Teilnehmende, das eigene Pedelec und etwa drei Stunden im Angebot. Fragen Sie deshalb ausdrücklich, welches Format sich für Ihre Gruppe eignet und ob eine betriebliche Buchung möglich ist. Eine öffentlich gelistete Veranstaltung ist noch keine Terminbestätigung für Ihre Firma.
Diese Angaben gehören in die erste Kursanfrage
Die folgende Tabelle ist eine redaktionelle Anfragehilfe, kein vorgeschriebener Ablauf. Schicken Sie dem Anbieter zunächst die Informationen, die bereits feststehen. Markieren Sie offene Punkte. So vermeiden Sie, einen Raum, eine Fläche oder einen Termin verbindlich zu reservieren, bevor die Kursleitung die Bedingungen beurteilt hat.
| Planungspunkt | Angabe aus dem Betrieb | Mit dem Anbieter klären |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Ungefähre Zahl, Erfahrung, Fahrradtypen | Passt die Gruppe zusammen oder braucht es getrennte Kurse? |
| Lernziel | Zwei oder drei konkrete Alltagsthemen | Welche Inhalte sind im gebuchten Format enthalten? |
| Fläche | Ort, Belag, Nutzung durch andere, verfügbare Zeiten | Welche Fläche ist geeignet, wer prüft sie vorher? |
| Räder und Ausstattung | Eigene Räder vorhanden oder Leihbedarf | Welche Teilnahme- und Ausrüstungsvorgaben gelten? |
| Organisation | Wunschtermin, Ansprechperson, Räume | Aufbau, Pausen, Wetterlösung und Absagebedingungen? |
| Kosten | Verfügbarer Planungsrahmen | Was umfasst das Angebot, welche Zusatzkosten entstehen? |
Übungsort und Betriebsablauf zusammen planen
Ein leer wirkender Parkplatz ist nicht automatisch eine geeignete Trainingsfläche. Beschreiben Sie Anlieferungen, Zufahrten, Schichtwechsel und sonstige Nutzung. Lassen Sie den Veranstalter die Eignung beurteilen. Vereinbaren Sie, wer die Fläche freihält und wer vor Ort entscheidet, wenn Fahrzeuge auftauchen oder sich die Bedingungen ändern. Die konkrete Gestaltung der Übungen bleibt Aufgabe der qualifizierten Kursleitung.
Denken Sie auch an die Wege rund um das Training: Wo kommen Personen mit ihrem Rad an? Wo können wartende Teilnehmende stehen, ohne den Übungsbereich zu blockieren? Gibt es einen erreichbaren Raum für den Theorieteil und eine festgelegte Ansprechperson? Klären Sie Zuständigkeiten für Erste Hilfe und einen möglichen Abbruch vorab. Ein einzelner Organisator sollte solche Fragen nicht erst zwischen zwei Übungen lösen müssen.

Einladung, Kosten und Teilnahmebedingungen festhalten
Eine brauchbare Einladung nennt Zielgruppe, Treffpunkt, Dauer, mitzubringende Ausrüstung und den Kontakt für Rückfragen. Schreiben Sie nur Anforderungen hinein, die mit dem Anbieter abgestimmt sind. Dazu gehört auch, was bei einem ungeeigneten oder nicht verkehrssicheren Fahrrad geschieht. Ein Sicherheitstraining ist kein Ersatz für eine notwendige Reparatur; planen Sie keine spontane Instandsetzung als festen Bestandteil ein, wenn sie nicht angeboten wird.
Der DVR nennt eine mögliche Bezuschussung durch Unfallkassen oder Berufsgenossenschaften auf Anfrage. Daraus folgt kein automatischer Anspruch. Erfragen Sie vor der Buchung beim zuständigen Träger, ob und unter welchen Bedingungen eine Unterstützung infrage kommt. Für Ihre Planung zählt die konkrete Rückmeldung, nicht ein pauschaler Förderbetrag aus einem anderen Betrieb.
Besprechen Sie Arbeitszeit, Teilnahmebedingungen, Versicherung und Datenschutz mit den jeweils zuständigen Stellen im Unternehmen und dem Veranstalter. Dieser Artikel trifft dazu keine rechtliche Einzelfallbewertung. Halten Sie organisatorische Zusagen schriftlich fest. Besonders wichtig ist eine eindeutige Vereinbarung darüber, wer bei schlechtem Wetter informiert und ob verschoben, angepasst oder abgesagt wird.
Nach dem Kurs: offene Punkte statt Ranglisten
Bitten Sie anschließend um eine kurze freiwillige Rückmeldung: Was war hilfreich? Welche Frage blieb offen? Was erschwert das Radfahren am Standort? Werten Sie keine Fahrzeiten oder vermeintlichen Mutproben als Erfolg aus. Eine geeignete Nachbereitung kann beispielsweise ergeben, dass eine weitere Übungsgelegenheit gewünscht wird oder die Zufahrt zum Fahrradraum mit der zuständigen Stelle besprochen werden sollte.
Trennen Sie persönliche Lernziele von Problemen der Umgebung. Ein Kurs kann eine unübersichtliche Ausfahrt nicht baulich verändern. Geben Sie solche Beobachtungen gezielt weiter und benennen Sie eine Person, die eine Rückmeldung organisiert. Für einen Folgetermin ist eine präzise offene Frage nützlicher als die Behauptung, mit der ersten Veranstaltung sei das Thema erledigt.
Häufige Fragen zum betrieblichen Radtraining
Ist ein gemeinsamer Kurs für Fahrrad und Pedelec möglich?
Das hängt vom Format ab. Das beschriebene DVR-Programm nennt beide Radtypen. Teilen Sie die geplante Zusammensetzung mit und lassen Sie den Anbieter bestätigen, ob Inhalte und Voraussetzungen für Ihre konkrete Gruppe passen.
Müssen alle ihr eigenes Fahrrad mitbringen?
Nicht bei jedem Angebot. Beim genannten DVR-Training und beim beschriebenen ADAC-Pedelec-Kurs ist ein eigenes Rad vorgesehen. Die ADFC-Radfahrschulen verweisen für Leihmöglichkeiten und Voraussetzungen auf den jeweiligen Kurs. Klären Sie dies vor der Einladung.
Kann man einen Zuschuss fest einplanen?
Erst nach einer belastbaren Zusage des zuständigen Trägers und geklärten Bedingungen. „Auf Anfrage möglich“ bedeutet nicht, dass jede Veranstaltung oder jede Person gefördert wird. Buchen Sie nicht in der Annahme einer bereits zugesicherten Erstattung.
Woran erkennt man eine gelungene Organisation?
Gruppe, Lernziel und Kursformat passen zusammen, Zuständigkeiten sind bekannt und offene Fragen werden nachverfolgt. Unfallfreiheit lässt sich aus einer Teilnahme nicht garantieren. Die Rückmeldung sollte den weiteren Lernbedarf sichtbar machen, nicht Beschäftigte miteinander bewerten.
Stand: 7. September 2026. Die Checkliste ist eine eigene redaktionelle Planungshilfe. Kursbedingungen vor der Buchung beim jeweiligen Anbieter bestätigen lassen.




Teilen:
Schulterblick auf dem Fahrrad üben und die Spur halten
Fahrradfahren lernen als Erwachsener: Schritt für Schritt beginnen